Angekündigt durch die bereits veröffentlichte Titelsingle, die wieder einmal postwendend die Spitzenregion der US-Country-Charts erstürmen sollte, ist nun der neue Longplayer von US-Sensation und Country-Rock-Neudenkers Eric Church Desperate Man erschienen. „Ist ja in der Tat schon eine Weile her“, kommentierte der Sänger, der schon zwei Mal den wichtigen „Album des Jahres“-Preis bei den Country Music Awards in Empfang nehmen konnte, zuletzt erst 2016 für den Vorgänger Mr. Misunderstood, der auch für den Guardian zu den Top-3-Country-Veröffentlichungen des Jahres zählte.

Mit dem lässigen Videoclip zur gleichnamigen Single „Desperate Man“, den die Redakteure des US-Rolling Stone bereits mit Goodfellas und Breaking Bad vergleichen sollten, illustrierte Church zuletzt seine Außenseiterposition innerhalb des Country-Genres und der Musikwelt ganz allgemein: Er ist der Typ mit Sonnenbrille, der Country-Elemente auch für Nicht-Country-Fans zugänglich macht, er ist der Typ, der (siehe Clip) krumme Dinger drehen würde, um seine Fans mit neuen Songs zu versorgen, und er ist nicht zuletzt der Typ, der auch Funk, Soul, Southern Rock, ja sogar Anflüge von den Stones in sein Songwriting integrieren würde, wie geschehen bei dieser Single – und der gerade deshalb wie kein anderer klingt. „But hey, what can I say? I’m a desperate man“, singt der 41-Jährige gewohnt geradeheraus und ehrlich – und auch das glaubt man ihm sofort, Gründe zum Verzweifeln gibt’s schließlich genügend.

Während in seinem Sound klassischer Rock à la Springsteen, Stones & Co. eine genauso wichtige Rolle spielt wie jene Country-Einflüsse, mit denen er aufgewachsen ist, geht Eric Church überhaupt seinen eigenen Weg. So auch auf Desperate Man, ein Album voller Überraschungen, Stimmungswelchsel und Rock-Referenzen. Dass Eric Church zu den besten Songwritern Nashvilles gehört, ist lange kein Geheimnis mehr. Seine tiefschürfenden Lyrics hallen lange nach dem Abklingen des recht kurzen Albums (11 Titel) nach.

In den USA ist Eric Church seit Jahren ein Stadion-Act, er spielte aber zuletzt auch in Deutschland gefeierte Shows und sorgte für ausverkaufte Hallen. Hoffen wir dass der Chief bald nach Deutschland zurückkehrt um seinen Fans die gelungenen Songs seines neuen Albums live vorzustellen.

Hört hier rein in Desperate Man:

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