Kaum einem anderen gelingt die Vermählung von Country, hartem Rock und Southern Rock überzeugender als dem 1985 in Jefferson, Georgia, geborenen Brantley Gilbert. Spätestens seit seinem zweiten, 2010 erschienenen und mit Platin ausgezeichneten Album Halfway To Heaven spielt der Sänger und Songschreiber in einer eigenen Liga. Nicht nur musikalisch. Auch in Punkto Erfolg: So landete sein 2014 veröffentlichtes, von Dann Huff produziertes Album Just As I Am auf Platz eins der Country-Charts und auf Platz zwei der Billboard Hot 200-Charts. Ein Crossover-Erfolg erster Güte. Mit seinem neuen Album The Devil Don’t Sleep, das am 10. Februar 2017 erscheint, möchte der Musiker mit dem Biker-Image jetzt daran anschließen. Und: Man muss kein Prophet sein, um ihm beste Erfolgsaussichten einzuräumen.

Für Brantley Gilbert ist jedes Album ein Dokument seines Lebens. Er verarbeitet in seinen Songs sein Leben, seine Trauer, seine Wut, seine Freuden und Freunde – kurz: Storytelling in bester Tradition. Genau deshalb gehört Brantley Gilbert auch zu den glaubwürdigsten und authentischsten Künstlern der aktuellen Country-Szene. „Obwohl es mein Leben ist und obwohl es meine persönlichen Erlebnisse sind, über die ich in meinen Songs schreibe, können sich viele Menschen damit identifizieren“, sagt der hochtalentierte Songschmied mit der markanten Stimme, denn: „die Herausforderungen des Lebens sind für uns alle doch sehr ähnlich.“ Stilistisch fühlt sich der Singer-Songwriter aus Georgia zudem im Heartland-Rock von John Mellencamp und Bruce Springsteen zu Hause. Er schlägt einen – immer dramatischen aber nie überspannten – Bogen zwischen harten Rockern, Power-Balladen und Radio-Hits.

„Stone Cold Sober“ beruht auf Brantleys eigene Erfahrungen. Ende 2011 hörte er mit dem Trinken auf, u.a. mit der Unterstützung von Countrysänger Keith Urban.

Mit 13 fing er damit an, Gitarre zu spielen und Songs zu schreiben. Ähnlich wie beim Singer-Songwriter Jack Johnson begann Brantley Gilberts Karriere als Musiker nach einem schweren, beinahe tödlichen Unfall. 2004 kam er mit seinem Truck von der Fahrbahn ab, das Auto überschlug sich mehrmals. Kurz danach schrieb er die Songs „A Modern Day Prodigal Son“ und „Indiana´s Angel“, zog 2009 nach Nashville und veröffentlichte beide Songs auf seinem Debütalbum beim Country-Indie-Label Average Joe´s Entertainment. Dort erschien auch sein Durchbruchs-Song „My Kinda Party“, den der Country-Star Jason Aldean aufgriff und sein 2010 veröffentlichtes, preisgekröntes Platin-Album My Kinda Party sogar nach ihm benannte. Brantley hatte den Fuß in der Tür. Kurz nach Erscheinen seines zweiten Studio-Albums Halfway To Heaven warb ihn das Label Big Machine Records ab und veröffentlichte eine zweite Version dieses Albums, die zwei Nr-1-Hits in die Country-Charts brachte: „You Don´t Know Her Like I Do“ und „Country Must Be Country Wide“. Gilbert gewann in den vergangenen Jahren rund eine Handvoll Country-Medien-Awards (ACAs, CMAs, ACMs) und hatte einen Gast-Auftritt in der Country-TV-Serie Nashville.

Brantley Gilberts größter Hit bisher, „Bottoms Up“, kombiniert gekonnt hart und soft – das Markenzeichen des 32-Jährigen:

Auch die Songs seines dritten Studio-Albums Just As I Am stammen aus seiner eigenen Feder, aus einem Fundus von 250 Demos wählte er sie aus. Einige schrieb Gilbert mit renommierten Co-Autoren wie Dallas DavidsonRhett Akins oder Ben Hayslip. Es sind Momentaufnahmen aus der Zeit zwischen Halfway To Heaven und 2014. Eigenen Angaben nach eine Zeit mit vielen Höhen und Tiefen für Gilbert, der seine 2013 geplatzte Verlobung mit der Country-Sängerin Jana Kramer bislang nie öffentlich kommentierte, der Verflossenen nun aber großzügig Platz auf dem neuen Album einberaumt hat.

Mit seinem neusten Streich The Devil Don’t Sleep legt Gilbert die Messlatte noch um ein gutes Stück höher. Quantitativ: Die Standard-Version des neuen Albums ist mit 16 Songs üppig bestückt, zehn weitere Tracks hält die Deluxe-Version parat. Vor allem aber qualitativ: Das zeigt sich schon in der unwiderstehlichen Single-Auskopplung „The Weekend“ – eine Ode an das Feiern, an Partys und an die Freundschaft. „Wir waren auf Tour durch den mittleren Westen, durch South Dakota, Oklahoma und Minnesota“, sagt Gilbert über die Entstehungsgeschichte des Songs, „überall wo wir waren, haben wir gemerkt, wie die hart arbeitenden Menschen das Wochenende herbeisehnen. Ein paar Stunden loslassen, die Sorgen vergessen – darum geht es in diesem Track.“ Produzent Dann Huff sollte das Ganze mit „big guitars, loud drums and something with a little attitude“ aufbereiten, was dem Hit-Produzenten perfekt gelang.

Auch wenn er mittlerweile in den USA die Stadien füllt, hat Gilbert so gar keine Star-Allüren, sondern bleibt mit seinen Fans auf Augenhöhe. Entscheidend für seinen Erfolg war immer schon seine loyale, starke Fangemeinde, die BG-Army. „Wir haben keine Fans, wir haben Freunde“, kommentiert der Mann aus Georgia. Brantley Gilberts stetig wachsende Anhängerschar ist einfach so normal durchgeknallt wie er – „his kind of crazy“.

Brantley Gilbert ist nicht nur einer der heißesten Country-Rock-Stars, er ist auch der nette Kerl geblieben, dem Freundschaft und Familie über alles gehen.