Easton Corbin ist der neue George Strait für Country-Fans unter 40. Vor sechs Jahren hatte Corbin den Durchbruch, seitdem steigt sein Stern stetig am Country-Himmel. Seine Stimme: wie für das Genre gemacht. Sein Sound: neo-traditionell, originell und frisch. Seine Songs: zeitlos, grundsolide, radiotauglich und mit Ohrwurm-Charakter.

Auch biografisch verbindet den Singer-Songwriter aus Florida etwas mit Strait. Als Kind verbrachte er viel Zeit auf der Ranch seiner Großeltern, nachdem seine Eltern sich scheiden ließen. Mit 15 begann er Gitarre zu spielen. Corbin studierte erst einmal Agrarwissenschaften, zog 2006 dann aber nach Nashville. Über einen Cousin kam der Kontakt zum Konzertveranstalter James Yelich zustande, der zu einen Showcase führte, wo ihn Joe Fisher, der Artist & Repertoire-Chef von Universal Nashville hörte und sofort einen Plattenvertrag aufsetzte.

Corbins Debütsingle „A Little More Country Than That“ kletterte von August 2009 bis April 2010 die US-Country-Charts nach oben, landete schließlich auf Platz 1 – nach über 30 Wochen Chart-Präsenz. Das Video zeigt Corbin in Gummistiefeln beim Arbeiten auf einer Ranch: Kühe füttern und Stall ausmisten. Die dicken Trucks, sexy Girls, atemberaubenden Landschaftsaufnahmen, stahlblauen Himmel et cetera, die viele heutige Country-Videos wie Bollywood-Filme aussehen lassen, sparte er sich, blieb grundehrlich, ein bisschen mehr Country als die meisten seiner Peers – und traf damit den Nerv.

Das dazu gehörende, nach ihm benannte Debütalbum sicherte sich Platz 10 der Pop-Charts. Die Branchenbibel Billboard kürte Corbin zum “Top New Country Artist 2010”. iTunes etikettierte Easton Corbin mit “Country Breakthrough Album of the Year”. Die Washington Post nannte ihn einen “gereiften Stilisten und entspannten Performer mit einem scharfen Ohr für clevere Hooks und Textzeilen“.

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Ein moderner Cowboy und „Ladies‘ Man“: Easton Corbin

2012 spann Corbin auf seinem zweiten Album All Over The Road den Faden weiter, einer lockeren Zusammenstellung von Love-Songs, ebenso wie sein Debüt produziert vom Nashville-Songwriter und Steel-Gitarristen Carson Chamberlain (Keith Whitley, Billy Currington). Auf seinem Zweitling trieb Corbin mit muskulöser, kaum gebändigter Spielfreude Nashvilles Ur-Sound zu neuen Ufern. Coole Hotels und nonchalant herumgewedelte Smartphones zeigte nun das Video der locker-flockigen Leadsingle „Lovin´ You Is Fun“. Gralshüter können andere sein.

Auf seinem dritten Studio-Album About To Get Real gelang es Corbin erneut, Hits herauszubringen und dabei den eigenen Wurzeln treu zu bleiben, dem eigenen Sound. Den Auftakt gab die Vorabsingle „Baby Be My Love Song“ – ein weiterer klassisch moderner Country-Lovesong, den auch George Strait und Alan Jackson so aufgenommen hätten, wenn sie heute 33 wären.

Bei aller Liebe zur Country-Tradition ist Corbin keinesfalls ein Retro-Künstler. Den Cowboyhut spart er sich genauso wie Thomas Rhett und Luke Bryan. Whiskey und Gras spielen keine Rolle bei ihm, seine Leidenschaft gehört den Frauen, wie man deutlich in seinen Songs hört. Dem heutigen Nash-Vegas-Sound, der mit einem Bein im Pop- und im Hip Hop steht, möchte er allerdings etwas entgegensetzen.