Luke Bryan ist „der absolute Hammer und hat bewiesen, warum er [bei den Country-Music-Awards] den Preis als ‚Entertainer of the Year‘ gewonnen hat… So muss Country 2015 sein“ – zwei enthusiastische Kommentare junger Fans zu seinen ausverkauften Deutschland-Konzerten im März 2015, wo er mit seiner tollen Stimme und seinem charakteristischen Booty Shaking die Mädchen zur Hysterie brachte.

„Außer der zum Pop übergelaufenen Stil-Ikone Taylor Swift ist es hierzulande keinem anderen Country-Künstler gelungen, ein derart junges Live-Publikum so zahlreich in die Konzerthallen zu locken“, kommentierte das Magazin Country.de.

Sein jungenhaftes Lächeln wirkt verführerisch, einige seiner Songs sind durchtrieben, doch er ist seit Jahren mit seiner Highschool-Liebe verheiratet und ein wunderbarer Vater von zwei Kindern. Luke Bryan ist der interessanteste Countrysänger der letzten Jahre, denn der 1,83 große Party-Meister aus Georgia hat ganz unterschiedliche Gesichter.

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Immer charmant mit seinem Zahnpasta-Lächeln: der 1976 in Georgia geborene Luke Bryan

Seine Heimatstadt Leesburg liegt 100 Meilen nördlich der Grenze zu Florida, 100 Meilen östlich von Alabama und hinter dem Mond, kommentierte er einmal. Neben der Schule half Bryan auf der Erdnuss-Farm seiner Eltern. Mit 14 bekam er seine erste Gitarre. Country-Musik wurde seine Obsession. Schon bald wurde Bryan in der lokalen Musikszene bekannt und schrieb erste Songs. Nach der Highschool packte er die Koffer, um nach Nashville zu ziehen. Am Vorabend seiner Abreise starb sein Bruder bei einem Autounfall, und Bryan wollte so nicht fortgehen. Er ging in Georgia aufs College und trat nebenbei mit seiner Band in der Gegend auf. Sein Vater glaubte indes an Bryans Talent und drängte ihn dazu, seinem Herzenswunsch zu folgen.

2001 zog Bryan in die Music City, wo er relativ schnell anknüpfen konnte und als Songwriter startete. Mit Travis Tritts „Honky Tonk History“ verbreitete sich sein Ruf. 2004 unterschrieb er einen Plattenvertrag bei Capitol Records Nashville, arbeitete jedoch weiter als Songwriter für andere, wie Billy Currington, dessen Hit „Good Directions“ er co-komponierte.

Erst 2007 erschien Luke Bryans Debütsingle „All My Friends Say“. Der Song handelt von einem Typen, der morgens aufwacht und sich nicht mehr an den Vorabend erinnern kann, darauf seine Freunde anruft, die ihm sagen, er habe sich die Kante gegeben, nachdem er in der Bar seine Ex mit einem neuen Lover sah. „All My Friends Say“ hielt sich monatelang in den Country- und Popcharts und erschien auf der Hit-Kopplung Now That´s What I Call Country.

Sein im selben Jahr veröffentlichtes Debütalbum I´ll Stay Me hat ein ländliches Feeling. Mit Südstaaten-Akzent betont Bryan seine Herkunft, weitgehend akustisch instrumentiert mit Mandoline, Geige und Gitarren. Auch die zweite Single „Country Man“ zog in die Top-10 ein. Das zweite Album Doin´ My Thing brachte seine Karriere weiter aufwärts. Die Singles „Rain Is A Good Thing“ und „Someone Else Is Calling You Baby“ erreichten Platz 1 der Country-Charts. Mittlerweile hat das Album Platin-Status in den USA.

Der große Karriere-Knall kam mit seinem dritten Album Tailgates and Tanlines, auf dem Bryan acht der dreizehn Songs schrieb, gemeinsam mit gefeierten Größen wie Rhett Akins, Dallas Davidson und Shane McAnally. Die Leadsingle „Country Girl (Shake It For Me)“ lief rauf und runter im Country- und im Pop-Radio. Für viele junge Country-Fans war das Album der Soundtrack des Sommers 2011. Auch die weiteren Singleauskopplungen „I Don’t Want This Night to End“, „Drunk On You“ und „Kiss Tomorrow Goodbye“ waren sehr erfolgreich und erreichten alle Platz 1 der Country-Airplay-Charts.

Mit seinem vierten Album Crash My Party crashte Bryan 2013 und 2014 die US-amerikanischen Hitlisten. Er katapultierte fünf Singles auf Platz 1 der Country-Airplay-Charts. An einem Tag setzte sich Crash My Party über 120.000 Mal im iTunes-Store ab und wurde zum Jahresende die Nummer 3 der Albumbestseller 2013 in den USA. Ein vergleichbarer Durchbruch war einem männlichen Country-Sänger das letzte Mal vor neun Jahren gelungen (Tim McGraw mit Live Like You Were Dying). Bisher verkaufte sich Crash My Party über 2,5 Mio. mal in den USA.

Seine seit 2009 jeweils im März erschienen Spring Break-EPs machten Bryan zum Zeremonienmeister der Frühjahrs-Spaßperiode an amerikanischen Highschools und Colleges – worüber mancher Country-Traditionalist die Nase rümpfen mag, was allerdings extrem zum Image Bryans in der jungen Country-Generation beigetragen hat.

Auch auf seinem letzten Album Kill The Lights (2015) ging Bryan getreu dem Motto der jungen Country-Generation vor: Nimm alles, was die Popgeschichte zu bieten hat und schreibe daraus neue 3-Minuten-Songs. USA-Today wählte die Vorabsingle „Kick The Dust Up“ zum Song der Woche. Mühelos eroberte sie die US-amerikanischen Country-Charts, wie auch die zweite Singleauskopplung „Strip It Down“. Natürlich hat Bryan auch für Kill The Lights die besten Songschreiber Nashvilles mit ins Boot geholt, darunter Luke Laird, Ashley Gorley, Dallas Davidson, Rodney Clawson and Rhett Akins. Sechs der Albumsongs co-komponierte er selbst. Auf „Home Alone Tonight“ singt Karen Fairchild von Little Big Town. Produzent ist mit Jeff Stevens ein alter Weggefährte und Erfolgspartner von Bryan. Erwartungsgemäß eroberte das Album den Spitzenplatz der US-amerikanischen Country- und Popcharts.

Auch wenn er die Spring-Break-Ebene verlassen hat, will Luke Bryan mit seinen Songs vor allem noch Spaß haben und die Leute zum Feiern bringen. Für diesen Herbst hat der 40-Jährige eine neue EP Farm Tour…Here’s To The Farmer angekündigt. Die EP wird die erste einer neuen Serie sein, die auf seiner jährlichen Farm Tour basiert.