Nashville brummt. Das überschaubare Stadtzentrum um den Broadway ist seit Donnerstagmorgen um 10 Uhr zur offiziellen Partymeile erklärt worden. Aus jedem einzelnen Honky Tonk strömt, wie man es sonst auch aus Nashville kennt, den ganzen Tag Livemusik, und auf den vielen Festivalbühnen geben sich Countrystars und die, die es werden wollen, die Klinke in die Hand. Das musikalische Niveau ist so wie man es aus Music City USA kennt: außerordentlich hoch.

Rund 100.000 Fans aus aller Welt besuchen täglich das CMA Music Festival. Das Event wurde 1972 als Fan Fair gegründet und hatte im ersten Jahr 5.000 Besucher. Heute spielen rund 350 verschiedene Künstler auf elf Bühnen Konzerte oder tauchen auch mal Downtown auf: Luke Bryan spielte spontan eine kleine Show auf dem Dach von Tootsie’s, Blake Shelton sang Karaoke in WannaB’s Karaoke Bar, Kimberly Schlapman von Little Big Town verschenkte auf der Straße Tassen aus ihrer Cracker Barrel Kollektion, Florida Georgia Line eröffneten persönlich ihr neues Restaurant FGL House… Auch als Außenstehender spürt man die starke Musiker-Community und die Nähe zu den Fans. Hier ist nichts gespielt und das trägt dazu bei, dass das Event so anders ist als zum Beispiel Rock- und Pop-Festivals. Sympathisch eben.

Seht hier die Highlights des ersten Festivaltags:

Schon von Anfang an war der Hintergrund des Events sich bei den Fans für ihre Treue zu bedanken. 1996 schrieb Garth Brooks für 23 Stunden ohne Pause Autogramme, und auch 2017 konnten Fans auf der Fan Fair X stundenlang Selfies mit ihren Stars machen. Aber nicht nur das: alle Musiker verzichteten auf eine Gage. Der Erlös des Mega-Events fließt in die Kassen der CMA Foundation und kommt verschiedenen Musik-Förderungsprojekten zu Gute. Der Eintritt ist außer bei den Abend-Shows im Nissan Stadium für alle frei. Noch ein Punkt für Nashville!

Gut gelaunte Fans vor der Riverstage Bühne direkt am Cumberland River

Die Liste der Festival-Highlights ist sehr lang: Garth Brooks spielte als Überraschungsgast im Stadium ein Konzert, fast alleine deswegen hat sich die Reise gelohnt. Luke Bryan, Thomas Rhett und Dierks Bentley ließen Partystimmung aufkommen, Little Big Town und Lady Antebellum zeigten, dass Country-Pop absolut stilvoll sein kann, Keith Urban, Brothers Osborne und Brad Paisley, welch Gitarrengötter sie sind. Auf der Riverfront Stage direkt am Cumberland River überzeugten Easton Corbin, Drake White, Brandy Clark, A Thousand Horses und vielen mehr, auf der Parkbühne können wir vor allem Mo Pitney, Carly Pearce und den Australier Morgan Evans hervorheben. Auf der Forever Country Bühne spielten einige Stars der 90er, z.B. Lonestar, Bellamy Brothers und Terry McBride.

Seht hier die Highlights des letzten Festivaltags:

Das CMA Fest hat mal wieder gezeigt, wo Country Music heute steht und wie vielfältig das Genre ist. Mal poppig, mal old school, mal rockig – hier ist wirklich für jeden etwas dabei. Der gemeinsame Nenner ist eine beeindruckende Leidenschaft und Liebe für die Musik.

Erschöpft sind wir nach dem Festival zum Flughafen gefahren. Irgendwie froh, dass heute Ruhe herrscht, aber auch wehmütig, dass es nicht wie an den vergangenen vier Tagen mit einem grandiosen Musikprogramm, 32 Grad im Schatten und einem Bud Light weitergeht. Nächstes Jahr dann wieder!

Hört hier einige der Festival-Highlights in unserer Playlist:

Fotos (c) CMA

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