Das große Country 2 Country Festival fand letztes Wochenende (11.-13. März) in London, Glasgow und Dublin statt. Das Festival hat es sich zur Aufgabe gemacht, die wichtigsten Künstler Nashvilles in Europa bekannt(er) zu machen – eine Aufgabe die absolut zu gelingen scheint.

Bei den Shows auf der großen Hauptbühne in der O2-Halle haben täglich rund 20.000 Country-Fans die Superstars aus Nashville gefeiert. Täglich ein hochkarätiges Line-Up mit Künstlern wie Miranda Lambert, Little Big Town, Sam Hunt, Dwight Yoakam, Thomas Rhett, Carrie Underwood und vielen mehr.

Von intim bis bombastisch – und alle Genres der Country-Musik anno 2016 waren vertreten. Hier unser Bericht vom ersten Tag (Freitag) in London.

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Vorfreude auf das Miranda Lambert Konzert – auch vor der O2 war die Stimmung bestens © Country2Country (Facebook)

Der erste UK-Auftritt der aktuellen Country-Queen Miranda Lambert war die erfolgreiche Krönung der Eröffnungsnacht des C2C-Festivals 2016. Lambert begeisterte das Publikum in London’s The O2 am Ende eines Abends voller Musik, welcher das gesamte Country Spektrum abdeckte. Vom Traditionalismus eines Dwight Yoakam bis hin zu den Pop- und R&B-Einflüssen des anderen UK-Debütanten, Thomas Rhett, war alles dabei.

Die kleineren Pop-Up Bühnen, die ein wichtiger Bestandteil dieses stetig wachsenden jährlichen Festivals sind, wurden um 16 Uhr von Jess & the Bandits im Brooklyn Bowl eröffnet. Weitere Künstler, die zu Beginn aufgetreten sind, waren Laura Oakes, Sonia Leigh und der erfolgreiche Songwriter aus Nashville Shane McAnally.

Thomas Rhett gestand Country & Co. seine nervöse Anspannung darüber wie sein erster Auftritt in Europa ankommen würde. Doch er brauchte keine Angst zu haben: obwohl sein Auftritt recht früh um 18:30 Uhr auf der Hauptbühne begann, wurden er und seine Band enthusiastisch begrüßt. Der Shooting Star aus Nashville lief in der ganzen Arena durch das Publikum und sang dabei „Vacation“ aus seinem Tangled Up Album. Es gab besonders großen Beifall für seine Hitballade „Die A Happy Man“ und den poppigen Song „Crash & Burn“.

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Mache ordentlich Stimmung im Saal: der 25-jährige Thomas Rhett © Country2Country (Facebook)

Das britische Duo The Shires, die bei diesem C2C auch Botschafter ihres Landes waren, stellten dann den ersten Künstler des Abends auf der akustischen Yamaha-Bühne vor, den TV-Star aus der Serie Nashville, Charles Esten, auch als Deacon Claybourne in der Serie bekannt. Sein Set beinhaltete u.a. eine akustisch heruntergespielte Version des Davis Bowie Hits „Heroes“.

Dann ging es zurück zur Hauptbühne für die Rückkehr einer Country-Legende – vor allem unter den älteren Fans im Publikum bekannt, Dwight Yoakam. Der Mystery Man mit dem Stetson belebte mit seiner rockigen Band Juwelen wie „Honky Tonk Man“, „Streets Of Bakersfield“ und „A Thousand Miles From Nowhere“. Zudem performte er den Elvis Song „Little Sister“ und Johnny Cash’s Hit-Song “Ring Of Fire”.

Nicht alle Festival-Gäste kannten vorher Ashley Monroe, obwohl sich die Singer-Songwriterin seit 10 Jahren im Business etabliert hat und dieses Jahr mit ihrem aktuellen Album The Blade den Erfolg einer zweifachen Grammy-Nominierung feierte. Doch schon eine halbe Stunde nach dem Beginn ihrer Show hat sie viele der Zuschauer dank ihres süßen aber auch frechen Stils für sich gewinnen können. Sie performte unter anderem „Like A Rose“ und dem humorvollen Titel „Weed Instead of Roses“.

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Miranda Lambert vereint auf cooler Weise traditioneller Country und Rock © Country2Country (Facebook)

Miranda Lamberts lang erwarteter Auftritt als Headliner des ersten Festivals-Tags erfüllte all unsere Erwartungen. Mit ihrer aufregenden Mischung aus traditionellem Country und Rock-Chick-Attitude gewann sie schnell das Publikum auf ihre Seite. Jeder Song wurde wie ein alter Freund begrüßt – vom Eröffnungstitel „Kerosine“ aus ihrem gleichnamigen Debüt-Album (2005), bis hin zu Tracks aus ihrem aktuellen Album Platinum wie „Bathroom Sink“, „Smokin‘ and Drinkin‘“ und „Little Red Wagon“ waren viele ihrer Hits dabei.

Ashley Monroe, die auch Lamberts Band-Kollegin bei den Pistol Annies ist, gesellte sich für eine Akustik-Zugabe des Hits „You’ve Got A Friend“ zu Lambert hinzu. Danach erinnerte uns Miranda wieder an ihre beeindruckenden Rock-Qualitäten mit einem explosiven letzten Auftritt des Rolling Stones Hits „Bitch“. Es war ein erinnerungswürdiges Debüt am Ende einer starken Nacht.