Auch 2016 wurden eine Vielzahl großartiger Alben veröffentlicht. Altbekannte Superstars wie Garth Brooks, Dolly Parton und Keith Urban kehrten mit neuem Material zurück, Newcomer wie Margo Price und Maren Morris überraschten mit fetzigen Songs und einer erfrischenden ich-lasse-mir-nichts-sagen-Attitude. Auf ihren 2016 veröffentlichten Alben schienen sich Florida Georgia Line und Dierks Bentley vom Bro-Country verabschiedet zu haben.

Bestenlisten sind natürlich immer eine Qual der Wahl, und eine schwierige Aufgabe zugleich. Die Country & Co. Redaktion hat die 15 Alben zusammengestellt, die bei uns 2016 in Dauerschleife liefen und uns am meisten überzeugt haben.

PLATZ 15 – Drake White: Spark
Markenzeichen des 33-jährigen Newcomers Drake White ist seine raue, maskuline, gospelige Stimme. Das von Ross Copperman und Jeremy Stover produzierte Debütalbum Spark schaffte es auf Platz 4 der Countrycharts. Mitreißende, swampige Songs und absolut Handmade Music.

PLATZ 14 – Kenny Chesney: Cosmic Hallelujah
Cosmic Hallelujah ist schon das 16. Studioalbum des 48-jährigen Kenny Chesney. Auch wenn sich auf dem Album keine wirklichen Überraschungen verbergen, außer vielleicht das Duett mit der Pop-Sängerin Pink, ist es eine solide Scheibe. Songs zum Mitsingen auf der nächsten Stadium-Tour.

PLATZ 13 – Brandy Clark: Big Day In A Small Town
Die 41-jährige aus Morton, Washington, stammende Singer-Songwriterin Brandy Clark hat ordentlich Twang in der Stimme und den besten Humor Nashvilles. Ihr zweites Album Big Day In A Small Town nimmt den Hörer auf eine Reise in die Mitte Amerikas mit, zu den normalen Leuten in Kleinstädten, die es ja auch überall auf der Welt gibt. Menschen, die täglich einiges zu schaffen haben und damit bestens vertraut sind, dass Träume nicht unbedingt wahr werden. Ganz großes Kino!

PLATZ 12 – Brent Cobb: Shine On Rainy Day
Der langhaarige, bärtige Brent Cobb aus Ellaville, Georgia, schuf mit seinem Cousin, dem heißgehandelten Nashville-Produzenten Dave Cobb, auf Shine On Rainy Day einen düsteren und stimmungsvollen Sound, der durch Cobbs Poesie ins rechte Licht gerückt wird. Großes Songwriting eines jungen Mannes.

PLATZ 11 – Maren Morris: Hero
Ihr Major-Debütalbum Hero stieg direkt auf Platz 1 der Countrycharts ein. Ein beachtlicher Erfolg für eine Newcomerin aber absolut zurecht, denn die Songs von Maren Morris sind frisch, authentisch und voller Leben.

PLATZ 10 – The Cadillac Three: Bury Me In My Boots
Auch die Southern Rocker The Cadillac Three haben es in unsere Jahres-Bestenliste geschafft. „Kick-Ass-Country mit Geschichten aus dem echten Leben“, so Sänger und Gitarrist Jaren Johnston. Zum echten Southern Leben gehört hauptsächlich Whiskey, etwas Moonshine und ein paar wundervolle Ladies. Die Songs der Cadillac Three sind unprätentiös, laut und rotzfrech.

PLATZ 9 – Florida Georgia Line: Dig Your Roots
Hier in der Redaktion waren wir zugegebenermaßen nie die allergrößten Florida Georgia Line-Fans. Bis Dig Your Roots im Sommer 2016 erschien! Auch wenn die etwas nervige Poserei von Tyler Hubbard und Brian Kelley noch Teil des künstlerischen Ausdrucks ist, haben sie ein großartiges Album abgeliefert, das auch nachhaltig Freude macht.

PLATZ 8 – Aaron Lewis: Sinner
Mit Sinner hat Aaron Lewis ein traditionell klingendes Country-Album abgeliefert, irgendwo zwischen Cowboyhut und Baseballkappe. Lewis wandelt in den Fußstapfen der großen Honky-Tonk-Helden und der klassischen Outlaws: Merle Haggard, Hank Williams Jr. und Willie Nelson, den Lewis als Gast auf dem Titelsong gewinnen konnte.

PLATZ 7 – Aubrie Sellers: New City Blues
Was für ein Debütalbum, Aubrie Sellers´ New City Blues! Die 25-jährige Tochter von Countrystar Lee Ann Womack hat ihr ganz eigenes Ding am Laufen. Sie selbst beschreibt ihren Sound als „Garage Country“. Rocken kann sie definitiv, aber mindestens genauso gut wie Eisblöcke zum Schmelzen bringen. Toll!

PLATZ 6 – Lucinda Williams: The Ghosts of Highway 20
Die Roots Rock- und Americana-Ikone Lucinda Williams schreibt herzzerreißende, kluge Texte. Mit ihren letzten beiden, stark introspektiven Alben Down Where The Spirit Meets The Bone (2014) und The Ghosts Of Highway 20 (2016) hat sie Meilensteine geschaffen. Authentisch, echt, etwas düster und sehr bewegend.

PLATZ 5 – Sturgill Simpson: A Sailor’s Guide To Earth
Wenn es jemand gibt, der 2016 Schlagzeilen in der Musikpresse generiert hat, dann ist es Sturgill Simpson. Mit seinem dritten Studioalbum A Sailor’s Guide To Earth stieg der aus Kentucky stammende Sänger direkt auf Platz 1 der Countrycharts. Aber ist sein neues Album denn überhaupt Country? Viele fanden es nicht, wir dagegen schon. Eine künstlerisch anspruchsvolle, starke Platte, die für Vinyl wie geschaffen ist. In voller Länge anhören!

PLATZ 4 – Dierks Bentley: Black
Jahrelang regierte Dierks Bentley die Countrycharts mit seinen feucht-fröhlichen, radiotauglichen Songs. Dann erschien Black, sein achtes Studioalbum. In den oft tiefgründigen Songs erkundet der 41-jährige Sänger die Trennungen, die One-Night-Stands, den Schlamassel und alles, was dazwischen so passiert, wenn die Sonne untergeht. Bentley ist ein seltenes Beispiel dafür, dass man auch im konservativen Nashville originell, unkonventionell und ein Star sein kann. Mutig!

PLATZ 3 – Miranda Lambert: The Weight of These Wings
Vor nur vier Wochen erschien Miranda Lamberts sechstes Studioalbum The Weight of These Wings. Neben der Aufarbeitung der Trennung von Blake Shelton zeigt sich Lambert auf dem Doppelalbum nicht nur verletzt und zurückblickend, sondern auch ein wenig flirtend und selbst reflektiert – und liefert damit ein beeindruckendes Album ab.

PLATZ 2 – Eric Church: Mr. Misunderstood 
Schon Ende 2015 veröffentlichte Eric Church seinen modernen Country-Klassiker Mr. Misunderstood. Auf dem Album verbindet der 39-jährige Sänger aus Granite Falls, North Carolina, Heartland Rock mit bluesigem Country-Gospel, und gewann mit seinem fünften Studioalbum bei den CMA Awards im November die begehrte Auszeichnung „Album of the Year“. Wie immer beim Chief: erstklassiges Songwriting.

PLATZ 1 – Margo Price: Midwest Farmer’s Daughter
Three-chords-and-the-truth-Sängerin Margo Price steht ganz weit oben auf vielen Bestenlisten, und das zu Recht. Neben ihrer sympathischen Bodenständigkeit und ihrem schnörkellosen, größtenteils autobiografischem Songwriting macht sie aus ihren Vorlieben für robuste Klänge keinen Hehl: Country, Americana, Honky Tonk, Bluegrass. Das ist der Stoff, in den Margo Price ihre Songs vom Leben auf dem Land, von den Bedürfnissen und Sorgen der Menschen im Mittleren Westen der USA verpackt. Umwerfend!