Ihre Liebe hat Millionen von Menschen berührt und inspiriert. Johnny Cash und seine geliebte Frau June Carter Cash waren eines der unzertrennlichsten Paare der amerikanischen Musikszene, 48 Jahre lang kannten sie sich, 35 Jahre waren sie verheiratet.

Zu ihrem 65. Geburtstag schrieb er ihr einer der romantischten Liebesbriefe aller Zeiten: „Du faszinierst und inspirierst mich immer noch. Du beeinflusst mich zum Besseren. Du bist das Objekt meiner Begierde, der wichtigste Grund, warum ich existiere.“ Das ist der Stoff, aus dem Träume gemacht sind…

Für den großen Johnny trat June immer in den Hintergrund, sie war aber weit mehr als nur die Ehefrau von The Man in Black. Geboren 1929 in Maces Springs, Virginia, wurde June Carter in die Country-Dynastie Carter Family hineingeboren, mit der sie frühzeitig die großen und kleinen Bühnen der US-Musikszene eroberte. Als die beiden sich das erste Mal 1956 im Grand Ole Opry begegneten, sang die schlagfertige Radio-Berühmtheit Backing Vocals für keinen geringeren als Elvis. Schon bei der ersten flüchtigen Begegnung soll es geknistert haben, denn es sollte noch 13 Jahre dauern bis sie 1968 endlich einer der zahlreichen Heiratsanträge Cashs annahm – stilecht auf der Bühne vor 7.000 Fans bei einem Konzert in London, Ontario.

Johnny Cashs Drogenprobleme, seine schweren Krankheiten und Karrieretiefs hätte er wohl kaum ohne die starke und selbstbewusste Frau an seiner Seite überstanden. Selber nannte er sie „seinen Rettungsanker“. Die Aufnahme ihres gemeinsamen Hits „Jackson“ vom San Quentin-Konzert dürfte zu den besten musikalischen Momenten des Paares gehören. Neben der Arbeit mit Cash trat sie weiterhin gemeinsam mit ihren Schwestern auf und führte ihre Solo-Karriere fort. 1975 veröffentlichte sie mit Appalachian Pride ihr Solo-Debüt.

Am 15. Mai 2003 starb June Carter Cash im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer Herzklappenoperation. Medienberichte zufolge hielt ihr Ehemann ihre Hand als sie starb. Krank, kaputt und sichtbar an einem gebrochenen Herzen leidend, folgte Cash ihr weniger als vier Monate später in den Tod. Bevor er die Bühne für seinen letzten öffentlichen Auftritt betrat, las er folgende Zeilen vor: “Der Geist von June Carter ist heute Abend bei mir, mit der Liebe, die sie für mich hatte und der Liebe, die ich für sie habe. Wir verbinden uns irgendwie zwischen hier und dem Himmel.“

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Das Grab von Johnny Cash und June Carter Cash auf dem Friedhof Memory Gardens, Hendersonville, Tennessee

Ein Teil des Lebens von June Carter wurde in dem Biopic Walk The Line verfilmt. Der großartige Film kam Ende 2005 in die Kinos und wurde ein großer Erfolg. Das Ehepaar Cash-Carter starb vor Beginn der Dreharbeiten, beide waren jedoch im Vorfeld bei der Erstellung des Drehbuchs und der Produktion des Films eingebunden. Im nachhinein wirkt der Film wie ein Vermächtnis einer der größten Liebesgeschichten aller Zeiten.

Wenige Wochen vor Johnny Cash Tod wurde dieses neulich veröffentlichte Video-Interview aufgenommen. Johnny erzählt wie er sich 1956 in June verknallte:

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