Gestern Abend kamen Country-Stars, Blues-Men, Indie Songwriter und Stadionrocker bei der Online-Konzertreihe Skyville Live zusammen und zollten dabei Headliner ZZ Top-Frontmann Billy Gibbons Tribut. Das Online-Format zeigt aus dem intimen Club in Nashville regelmäßig Konzerte großer Musiker live im Netz und hat damit sogar schon eine Emmy-Nominierung eingeheimst.

Den Großteil des gestrigen Konzertes über standen jedoch Gibbons Gäste im Mittelpunkt: Frankie Ballard, ZZ Ward, der SteelDrivers Mitbegründer Mike Henderson und Rock-Guitar-Göttin Orianthi. Der Abend begann mit einer Serie von Mini-Sets der jeweiligen Gäste, während der 66-Jährige Gibbons aus der ersten Reihe zuschaute und mit wippte. Gegen Ende des Abends begleitete er Mike Henderson mit wechselnden Gitarrensoli bei einer bahnbrechenden Version des Blues-Songs „Pay Bo Diddley“ und kam ein paar Minuten später erneut auf die Bühne um „Sharp Dressed Man“ mit Orianthi und ZZ Ward zu spielen. Als die Band auf der Bühne den Abend mit dem aufbrausenden „La Grange“ beenden wollte, kamen alle Gastmusiker noch einmal zusammen. Dabei verwandelten sie Gibbons berüchtigtes „Haw Haw Haw“ in den Lyrics.

Während „La Grange“ zeigte Gibbons – cool wie er ist – mit krummem Zeigefinger auf den Gitarristen, der dann dran war mit einem Solo. Im Videoclip merkt man regelrecht wie der Druck auf Frankie Ballard steigt. Nach Orianthi, die als eine der besten Gitarristinnen der Welt gilt, war dann der Countrymusiker dran. Wer Ballard live gesehen hat, weiß um seinen virtuosen Qualitäten als Gitarrist. Nicht ohne Grund wurde er als Gast für das Konzert eingeladen und überzeugt mit einem rock’n’rolligen Solo. Einige Male spielte Ballard „La Grange“ bereits auf seinen eigenen Konzerten, ob aus Vorliebe oder aber um heimlich schon mal für die Feuerprobe zu üben, bleibt ungewiss.

„Nashville ist nicht mehr so steif wie man denkt“, erzählt Gibbons dem Rolling Stone. „Es blüht auf als dieser extreme Ort, an dem einfach alle Arten von Musik zusammenkommen. Niemand wird ausgeschlossen. Ich weiß noch, als ich das erste mal hierher kam, vor 25 oder 30 Jahren, und um acht Uhr war die Stadt wie ausgestorben. Es gab einfach nichts, was man hätte tun können, es sei denn man ging ins Studio oder in die Kirche oder verkaufte Versicherungen. Aber jetzt ist hier rund um die Uhr was los. Und das beeinflusst auch stark die Musik.“