Eine der Attraktionen beim diesjährigen Tønder-Festival in Dänemark war die Show von Singer/Songwriter und Americana-Größe Jeffrey Foucault. Wir trafen den smarten Künstler im Backstage-Bereich vor seinem Auftritt.

Der Papa ein Gitarrist und Country-Fan. Die Mutter eine, wie Jeffrey Foucault sagt, „großartige Sängerin.“ Was blieb da dem 1976 in Whitewater, Wisconsin, geborenen Sänger, Songschreiber und Gitarristen schon anderes übrig, als Musiker zu werden?

Seit 2001 veröffentlicht der bärtige Künstler mit der sanften Stimme Alben – und mit jeder neuen Veröffentlichung wächst die Fangemeinde von Jeffrey Foucault. Spätestens seit seinem 2015 veröffentlichten Album Salt As Wolves zählt der mit Singer/Songwriterin Kris Delmhorst verheiratete Künstler zur ersten Riege des Americana – dabei ist er gar kein großer Fan dieser Genre-Bezeichnung. „Das ist für mich ein problematischer Begriff“, sagt er im Interview, rückt sich seinen obligatorischen Hut zurecht und sagt auch warum: „Es gibt schließlich keine amerikanischere Musik, als Jazz. Doch mit Americana ist – in neun von zehn Fällen – Musik gemeint, die irgendwie nach Steve Earle klingt.“

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Unser Author Gunther Matejka fand das Konzert im Spiegelzelt beim diesjährigen Tønder Festival großartig

Deshalb antworte er auf die Frage, welche Art von Musik er mache, stets mit „Blues und Country“. Überhaupt hätten Bezeichnungen wie Americana viel mit der aktuellen Mode zu tun. Und natürlich mit Marketing. Genres, Schubläden, Stildefinitionen – das alles interessiert den grandiosen Performer herzlich wenig. Er sei mit dem guten, alten Rock ‘n‘ Roll, mit Twist, mit Elvis und Chubby Checker aufgewachsen, später habe ihm sein Vater ein Album von John Prine geschenkt. Und damit war’s mit der musikalischen Orientierung beim jungen Jeffrey Foucault geschehen.

Eine Weichenstellung, der er später in seiner Karriere mit dem 2009 erschienenen Album Shoot The Moon Right Between The Eyes: Jeffrey Foucault sings the Songs of John Prine grandios Tribut zollte. „Er ist einfach großartig“, schwärmt Foucault von seiner frühen Inspirationsquelle, „er ist ein wunderbarer Storyteller.“ Ein Geschichtenerzähler, der oft nur andeutet und Wortbilder malt und – das findet er an ihm am beeindruckendsten – dass er die Welt „wie ein kleines Kind“ wahrnehme. „Er schreibt Texte, wie sie niemand anders schreibt.“ Vielleicht ja Jeffrey Foucault eines Tages. Fest steht: Er ist auf dem besten Weg dazu. Und Bilder malen kann er ohnehin gut, wie er uns mit seinem tollen Selbstportrait bewies.

Hört hier das Album Salt As Wolves (2015):