„Musik ist meine einzige echte Liebe, alles andere sind bloß Affären“, so der mittlerweile 37-Jährige Country-Rock-Sänger Kip Moore, der am 22. September sein drittes Studioalbum Slowheart hierzulande rausbringt. Das großartige Album zeigt den Sänger und Songschreiber musikalisch gereift und abwechslungsreicher denn je. Wenn die richtige Menge Liebe und Leidenschaft in Kip Moores Projekte einfließt, passiert offensichtlich etwas ganz besonderes, denn Slowheart ist dieses Jahr eines der stärksten Alben im Country-Rock.

Musikalisch sprengt Kip Moore ohnehin seit seinem Karrierebeginn alle Genre-Grenzen. Americana, Heartland-Rock, Country, Folk. Alles fließt bei Songs wie „Just Another Girl“, „Last Shot“, „Sunburn“ oder dem Opener „Plead The Fifth“ ineinander. Bei Letzterem hatte Kip Moore ausnahmsweise seine Songwriter-Finger nicht mit im Spiel (dafür bei elf der 13 Tracks). Dennoch kann er sich mit der Komposition von John Randall und Luke Dick voll und ganz identifizieren. „Dieser Song ist mein Mittelfinger an alle, die dachten, ich wäre bereits wieder Vergangenheit“, sagte er dem Rolling Stone. Für den Kritiker der Musiker-Bibel ist Kip Moore offenbar genau das Gegenteil: Er sei ein Künstler, der nur nach seinen eigenen Regeln lebt und seine Gefühle nicht unter den Tisch kehrt. Und der – trotz sportlicher Begabung – ein absoluter Musik-Fanatiker ist.

Für den aus Tifton, Georgia, stammenden Sänger muss es eine schwere Entscheidung gewesen sein: Soll er nun Profisportler oder Musiker werden? Dem am 1. April 1980 geborenen Sänger war diese Gewissensfrage in die Wiege gelegt – schließlich war sein Vater Golfprofi, seine Mutter Klavierlehrerin und Malerin. Sport oder Kunst? Ausgerechnet, als er durch herausragende Leistungen im Golf ein Sportstipendium an der renommierten Valdosta State University bekam, entdeckte er seine Leidenschaft für die Musik – und entschied sich endgültig für die Welt der Noten und Rhythmen. „Diese Entscheidung habe ich auch nie bereut. Denn wenn du einmal auf einer Bühne gestanden und die Reaktion deiner Fans erlebt hast, dann möchtest du das immer und immer wieder erleben“, sagte er kürzlich in einem Interview. Also: 1:0 für die Musik.

Heute gehört Kip Moore nicht nur zu den zugkräftigsten Namen im – an zugkräftigen Namen nicht mangelnden – Nashville. Er hat sich im Verlauf seiner 2012 mit dem Hit-Album Up All Night gestarteten Karriere auch zu einem weltweit erfolgreichen Star etablieren können: Von Südamerika über Australien bis hin nach Island füllt der grandiose Live-Entertainer mühelos selbst größte Hallen. Ein nahezu einmaliges Karriere-Kriterium in der Country-Szene Nashvilles. Andererseits: So überraschend ist das nicht. Denn der Sänger und Songschreiber ist einem Bruce Springsteen allemal näher als einem George Strait.

Das gilt auch für sein neues Album Slowheart. Oder besser: vor allem für „Slowheart“. Es zeigt Kip Moore als großartigen Storyteller, als scharfzüngigen Beobachter und Chronisten der Zeit – und es zeigt ihn als nachdenklichen, selbstreflektierenden Poeten, der keine Scheu hat, sein mitunter aufgewühltes Seelenleben offen auszubreiten. „Es ist mein bisher persönlichstes Album“, hat er dem amerikanischen Rolling Stone deshalb auch erzählt. Neben Beziehungskisten und den Schattenseiten des Ruhms berichtet Moore auch vom Musikerleben. Bestes Beispiel dafür bietet der letzte Song seines dritten Studio-Albums: „Guitar Man“, eine knapp sechsminütige Ode an die Höhen und Tiefen eines Musikers. „Dieser Song ist meine Lebensgeschichte“, diktierte er dem Rolling Stone-Reporter in den Block, „ich habe darin von meinen Träumen erzählt, und wie es dann schließlich war, als sich diese erfüllten.“

Hört hier rein in Slowheart:

 

Ähnliche Artikel auf Country & Co.