Mit Cover-Versionen ist es so eine Sache. Die meisten großen Songs wurden gecovered, manche sogar mehrere tausend Male. Und nicht immer kam etwas Gutes dabei raus. Je größer das Meisterwerk, desto schwieriger die Aufgabe, soviel ist klar.

Die Künstler in dieser Reihe haben es geschafft, das Original zu toppen –  sie haben eine neue Tiefe oder Bedeutung des Songs hervorgebracht, vielleicht sogar die Seele des Songs gefunden, sollte es solch eine geben.

Ein Meister der Cover-Versionen ist zweifelsohne Johnny Cash, der mit seinen American Recordings im Herbst seiner langen Karriere einen unvergesslichen Geniestreich schaffte. Gut, Super-Produzent Rick Rubin war maßgeblich an dem Konzept beteiligt, aber ohne Cash’s Rauheit, sein gelebtes Leben, das in jeder Interpretation zu hören ist, wären die Platten längst nicht so erfolgreich geworden. Die American Recordings haben den alten Country-Begriff „Drei Akkorde und die Wahrheit“ wahrlich eine neue Bedeutung gegeben.

Johnny Cash: Hurt (2002) – Cover-Version von Nine Inch Nails: Hurt (1994)

Ein wuchtiger, dunkler Song geschrieben von Trent Reznor, mit starken, verheerenden Lyrics. Das Musikvideo zeigt Cash als alten, verletzlichen Mann am Ende seiner langen Reise. Die Flashbacks aus seinem Leben bewegen: das Ende ist nahe und das wissen wir alle. Auch er selbst. Das Video wurde vor dem Tod von June Carter Cash gefilmt, wirkt aber wie eine Todesanzeige, wie Cash’s Hommage an seine große Liebe und an sein Leben.

Cash nannte den Song „den besten Anti-Drogen-Song, den ich je gehört habe“. Hier das Original: