Als Willie Nelson 1975 mit seiner Gitarre Trigger ins Studio ging, ahnte keiner, dass er in diesem Moment einen Song aufnehmen würde, der nicht nur sein erster Nr.1 Hit werden sollte, sondern auch den Moment verzeichnet, an dem eine Country-Ikone geboren wurde.

Nelson war zu diesem Zeitpunkt zwar schon ein etablierter Country-Musiker, der u.a. für das Schreiben der Top-Hits „Crazy“ (für Patsy Cline) oder „Hello Walls“ (für Faron Young) verantwortlich war. Als eigenständiger Interpret aber konnte der damals 41-Jährige nur zwei Top-10-Hits aufweisen: „Touch Me“ und „Willingly“, dessen Erfolge damals bereits 13 Jahre zurücklagen. Auf diese Durststrecke folgte dann aber endlich “Blue Eyes Crying In The Rain“.

Der von Songwriter-Legende Fred Rose (u.a. „Crazy Heart“ für Hank Williams) geschriebene Titel erzählt die traurige Geschichte einer unerfüllten Liebe. Vor Herz-Schmerz triefende Textzeilen wie „Love is like a dying ember/ and only memories remain/ and through the ages I’ll remember/ blue eyes crying in the rain/“ waren wie geschaffen für den stets zur Melancholie neigenden Willie Nelson. Entsprechend herzergreifend interpretierte er den Song, und auch sein Gitarrensolo ist eines der Schönsten in seiner langen Karriere.

Kein Wunder also, dass Willie Nelson mit diesem Song erstmals Platz 1 der Country-Charts erobern konnte. Auch die Kritiker vom Musikmagazin Rolling Stone platzierten die Ballade auf Rang 302 der „500 größten Songs aller Zeiten“ und sehen ihn als „pochendes Herz“ seines großartigen Red Headed Stranger-Albums.

Hört hier “Blue Eyes Crying in the Rain”: